Denkschablone

Austausch über aktuelle Themen der Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften


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Amra und Amir. Abschiebung in eine unbekannte Heimat. Von Maria Braig” — Buchrezension

Cover_Amra und AmirAmra wurde in Deutsch­land geboren. Sie wuchs auf, in der fes­ten Überzeu­gung, zu diesem Land zu gehören. Deutsch ist ihre Mut­ter­sprache, eine andere Sprache hat sie nie gel­ernt. Sie been­det die Realschule und beginnt eine Aus­bil­dung zur KFZ-Mechatronikerin. Dann wird sie 18 und all ihre Illu­sio­nen, all ihre Zukun­ft­spläne lösen sich mit einem Brief in Luft auf. Denn es dauert keine fünf Tage, da hält sie ihren Aus­reisebescheid in den Hän­den. Als in Deutsch­land geborene Tochter von Flüchtlin­gen aus dem Kosovo, ist es für Amra an der Zeit, so sieht es zumin­d­est der deutsche Staat, den Amra bisher für ihre Heimat gehal­ten hat, dass Amra in den Kosovo “zurück­kehrt”. Ein Land, das sie nie ken­nen gel­ernt hat, dessen Sprache sie nicht spricht, in dem sie nie­man­den kennt, soll ab sofort ihre Heimat sein. Alle Proteste, alle Aktio­nen fruchten nichts, die Abschiebung wird, eine Woche vor dem frei­willi­gen Aus­reise­da­tum, vol­l­zo­gen. Im Kosovo wartet auf Amra nichts.

Dieses Buch hat mich unglaublich berührt und fas­sungs­los zurück gelassen. Immer wieder habe ich das Buch zur Seite gelegt und gedacht, dass kann doch nicht wahr sein, so was passiert doch nicht wirk­lich, diese Geschichte muss reine Fik­tion sein. Solche Sachen passieren nicht. Weit­er­lesen →

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Neues von der Buchmesse: “Cliquenwirtschaft” von Gisela Schmalz

Cover_Schmalz_GCliquenwirtschaft_147914Auf der Bühne vom Deutsch­land­funk stellt Gisela Schmalz, Pro­fes­sorin an der FH Köln ihr neues Buch “Cliquen­wirtschaft” vor. Welchen Ein­fluss haben Cliquen, wie gebrauchen sie ihren Ein­fluss, wie miss­brauchen sie ihre Macht? Und, was kön­nen wir von ihnen lernen?

Denn obwohl Macht­cliquen meist eine neg­a­tive Kraft ent­fal­ten, sei es die Mafia, bei Gold­mann und Sachs oder auch der “Datenkrake” google, sind Cliquen aus Sicht von Gisela Schmalz nicht grund­sät­zlich schlecht. Vielmehr sind sie ein Machtin­stru­ment, dass die Men­schen im “Schlechten” nutzen kön­nen, in der Regel zur rück­sicht­slosen Ver­mehrung des eige­nen Reich­tums, aber eben auch im “Guten”. Entsprechend richtet sich Gisela Schmalz Buch an kri­tis­che Bürger, an Men­schen, die etwas verän­dern wollen. Diesen Men­schen legt sie nahe, die Wirkungsweise von Cliquen ken­nen zu ler­nen, sie zu ver­ste­hen, zu beja­hen, sie zu nutzen und zu verändern.

* Gisela Schmalz: Cliquen­wirtschaft. Die Macht der Net­zw­erke: Gold­man Sachs, Kirche, Google, Mafia & Co. Kösel Ver­lag 2014. 19,99 €
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Pakistanische Paramilitärs errichten Zaun entlang der pakistanisch-afghanischen Grenze

Wie in der Express Tri­bune zu lesen ist, haben Pak­istanis­che Paramil­itärs begonnen, einen Zaun ent­lang der pakistanisch-afghanischen Grenze zu erre­ichten, um Schmuggel sowie das Ein­sick­ern von Ter­ror­is­ten von Afghanistan nach Pak­istan zu unterbinden.

Diese Maß­nahme ist umso brisan­ter, als die Grenze zwis­chen Pak­istan und Afghanistan nach wie vor umstrit­ten ist. Wie so viele Gren­zen, wurde die soge­nan­nte Durand-Linie während der Kolo­nialzeit gezo­gen, ignori­erte his­torische Gren­zen sowie eth­nis­che Zuge­hörigkeiten. Die Durand-Linie durchtrennt das Sied­lungs­ge­biet der Paschtunen, noch heute fühlen sich ins­beson­dere pak­istanis­che Paschtunen einem afghanis­chen Paschtunen zuge­höriger, als beispiel­sweise einem pak­istanis­chen Pun­jabi. Weit­er­lesen →


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Kurzvorstellung Pakistan

Der Staat Pak­istan existiert erst seit 1947. Einen entsprechen­den Staat hat es vorher nie gegeben. Vor der Staats­grün­dung war Pak­istan ein Teil der britis­chen Kro­nkolonie Britisch-Indien. Eigentlich sollte, als klar wurde, dass die britis­che Kolonie nicht zu hal­ten war, Britisch-Indien als ein Staat, näm­lich der Staat Indien, in die Unab­hängigkeit ent­lassen wer­den. Es ist vor allem Mohammed Ali Jin­nah zu ver­danken, dass der pak­istanis­che Staat ent­standen ist. Dieser hatte, aus Angst, dass die mus­lim­is­che Min­der­heit in einem gemein­samen indis­chen Staat von der hin­duis­tis­chen Mehrheit unter­drückt wer­den würde, für eine Zwei-Staaten-Lösung plädiert. Weit­er­lesen →


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Hintergründe der inner-muslimische Gewalt in Pakistan

Pak­istan lei­det neben der Diskri­m­inierung seiner religiösen Min­der­heiten, den Ahmadiyyas sowie den Chris­ten und Hin­dus, unter einem hohen Maß inner-muslimischer Gewalt.

Pak­istan wurde 1947 als das Land der Mus­lime Südasiens gegrün­det. Allerd­ings ist die mus­lim­is­che Gemein­schaft keineswegs homogen. Zwar stellen die Mus­lime 96,4 Prozent der Bevölkerung, allerd­ings sind davon 85–90 Prozent Sun­niten und 10–15 Prozent Schi­iten. Die Schi­iten und die Sun­niten unter­gliedern sich wiederum in ver­schiedene Rechtsschulen.

Die Gewalt in Pak­istan geht, so der Ein­druck in den west­lichen Medien, beson­ders von den Sun­niten au. Es gibt aber auch Gewalt von Schi­iten gegen Sun­niten. Da es sich dabei aber nicht um spek­takuläre Anschläge han­delt, son­dern eher um gezielte Atten­tate oder “spon­tane” Gewal­texesse gegen Einzelne, schaf­fen es diese Mel­dun­gen so gut wie nie in die deutschen Medien. Weit­er­lesen →