Denkschablone

Austausch über aktuelle Themen der Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften


1 Kommentar

Hintergründe der religiös motivierten Gewalt gegen Christen und Hindus in Pakistan

Die Sit­u­a­tion der Chris­ten und Hin­dus in Pak­istan ist etwas besser, als die der Ahmadiyyas. Sie dür­fen zumin­d­est vom Gesetz her ihre Reli­gion frei ausleben, soll­ten dafür aber in den Ihnen zugewiese­nen Gebet­shäusern bleiben.

Nichts desto trotz empfinden sich die Chris­ten in Pak­istan als rechts– und schutzlos.

  • Sie wer­den Opfer willkür­licher Gewalt,
  • Frauen und Kinder wer­den vergewaltigt,
  • ihr Eigen­tum wird geplündert.
  • Manche Richter eröf­fe­nen Gerichtsver­fahren gegen Chris­ten, nur um sich nicht den Zorn der Bevölkerung auszusetzen.
  • Polizis­ten weigern sich, Strafanzeigen von Chris­ten nachzugehen.
  • Auch im All­tag sind Chris­ten diskri­m­iniert, so dür­fen sie beispiel­sweise den Dorf­brun­nen nicht benutzen.

Um die Hin­ter­gründe der Gewalt gegen Hin­dus und Chris­ten zu verse­hen, ist es wichtig zu wis­sen, dass das Kas­ten­we­sen bis heute Ein­fluss auf die Hier­ar­chisierung der Gesellschaft und den Umgang der ver­schiede­nen Bevölkerungss­chichten miteinan­der hat. Ferner herrschen im Pun­jab und im Sindh bis heute feu­dale Struk­turen. Weit­er­lesen →

Amnesty Inter­na­tional hat eine Urgent Action zum besseren Schutz der Ahmadiyyas in Pak­istan ges­tartet. Ferner geht es darum, offizielle pak­istanis­che Stellen zur Unter­suchung der jüng­sten Über­griffe gegen Ahmadis in Pak­istan, bei denen zwei Kleinkinder getötet wur­den, zu bewe­gen. Die Urgent Action von Amnesty kann noch bis zum 10. Sep­tem­ber 2014 unter­stützt wer­den.


Leave a comment >

Indien can­celt Gespräche mit Pak­istan um die umstrit­tene Region Kaschmir, nach­dem Pak­istans High Com­mis­sioner Abdul Basit sich mir kaschmirischen Sep­a­ratis­ten getrof­fen hat.


Leave a comment

Entwürfe zum Asylbewerberleistungsgesetz halten Menschen in unwürdigen Lebensumständen

Es gibt, wie ich am 23. Juli in der Süd­deutschen Zeitung gele­sen habe, zwei neue Entwürfe zum Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz. Das Bun­desver­fas­sungs­gericht hatte vor zwei Jahren das bish­erige Gesetz gekippt, da es keine nachvol­lziehbaren Gründe gibt, warum das Exis­tenzmin­i­mum für Flüchtlinge anders berech­net wer­den sollte, als das für andere Men­schen. Die Men­schen­würde dürfe, so das Bun­desver­fas­sungs­gericht, nicht „migra­tionspoli­tisch rel­a­tiviert werden“.

Anstatt die Sit­u­a­tion der Asyl­be­wer­ber aber, wie vom Bun­desver­fas­sungs­gericht gefordert, zu verbessern, wird das neue Gesetz laut SZ-Recherche, sollte es in seiner derzeit­i­gen Fas­sung in Kraft treten, die Leben­sum­stände gedulde­ter Flüchtlinge weiter ver­schlechtern. Wie das funk­tion­iert und und vor allem auch, was das zum Beispiel für geduldete Flüchtlinge im Einzel­nen bedeutet, wird in dem SZ-Artikel „Leben unter dem Exis­tenzmin­i­mum” beschrieben. Wenn man das liest, wird einem ganz anders. Ein Beispiel aus dem SZ-Artikel: Weit­er­lesen →


Leave a comment

Der Erstlingsroman von Schabnam Zariâb: Mein afghanischer Pianist.

Mein afghanis­cher Pianist erzählt die Geschichte von Laily, die bis hinein in den russisch-afghanischen Krieg eine behütete Kind­heit als zweite Tochter intellek­tueller Eltern ver­bringt. Doch je näher die Bomben rücken, desto konkreter wer­den die Pläne der Eltern, Afghanistan zu ver­lassen und nach Frankre­ich zu flüchten, bis dieser Schritt schließlich unumgänglich wird. Obwohl es Laily nach Jahren der Ein­samkeit und Aus­gren­zung gelingt, einen Platz in der franzö­sis­chen Gesellschaft zu finden, bleibt sie eine Ver­lassene. Denn bei ihrer Flucht musste sie Milad, ihren Fre­und aus Jugend­ta­gen, der ihr einst sogar das Leben gerettet hat, zurück lassen. Also entschließt sie sich nach Ende der Taliban-Herrschaft, in einer Zeit, als die Hoff­nung auf Frieden real erschien, ihrem Vater nach Afghanistan zu fol­gen. Dort angekom­men muss sie fest­stellen, dass nichts so ist, wie sie es sich vorgestellt hat und Laily ver­liert das Afghanistan ihrer Kind­heit ein zweites mal!

Zwei Sachen fand ich an dem Buch beson­ders ein­drucksvoll: Weit­er­lesen →


3 Kommentare

Woher kommt die Gewalt gegen die Ahmadiyyas in Pakistan?

In Pak­istan sind erneut drei Ahmadiyyas ermodet wor­den, darunter zwei Kinder. (The Express Tri­bune, Dawn)

Die Ahmadiyyas sind eine islamis­che Son­derge­mein­schaft, die von Mirza Ghu­lam Ahmad in den 1880ern in Indien gegrün­det wur­den. Die Ahmadiyyas sehen sich als Reform­be­we­gung des Islam. Sie hal­ten an den islamis­chen Recht­squellen Koran, Sunna und Hadith fest, zusät­zlich spie­len aber die Schriften und Offen­barun­gen von Mirza Ghu­lam Ahmad eine große Rolle. Ahmad wird wahlweise als ein weit­erer Prophet (nach Mohammed) ange­se­hen oder aber als weiser Mann, der im direk­ten Kon­takt zu Gott steht. Die meis­ten Mus­lime betra­chten die Ahmadiyya-Lehre als Ketzerei.

Für die Ahmadiyyas sieht die Sit­u­a­tion in Pak­istan so aus:

  • Sie dür­fen ihre Reli­gion nicht offen ausüben,
  • sie dür­fen sich nicht als Mus­lime bezeichnen,
  • sie dür­fen nichts tun, womit sie sich als Mus­lime aus­geben wür­den, z.B. nicht öffentlich beten, nicht im Koran lesen,
  • sie dür­fen ihre Gebet­shäuser nicht Moschee nennen,
  • die dür­fen den Namen des Propheten nicht an ihrer Moschee anbringen,
  • ihnen ist der mus­lim­is­che Gruß Salām ver­boten,
  • der Gebet­sruf ist ihnen eben­falls verboten,
  • sie dür­fen nicht bekehren.
  • Im All­tag leben sie immer in der Gefahr, der Blas­phemie berichtigt und vor Gericht gestellt zu wer­den, wo ihnen im schlimm­sten Fall die Todesstrafe droht. Noch größer ist aber die Gefahr, einem Lynch­mord zum Opfer zu fallen, wie ger­ade erst wieder geschehen.

Weit­er­lesen →