Prostitution abschaffen” — Diskussionen zum Thema Prostitution seit dem Appell in der Emma

Pros­ti­tu­tion abschaf­fen” titelt die Emma in ihrer Aus­gabe vom Novem­ber. Über 8.000 Men­schen haben den Aufruf bisher unterze­ich­net (hier der Link zum Appell). Seit dem Aufruf in der Emma wird wieder viel über Pros­ti­tu­tion und die Frage, ob das Pros­ti­tu­tion­s­ge­setz von 2002 gescheit­ert ist und u.a. für die drama­tis­che Zunahme des Men­schen­han­dels und der Zwang­spros­ti­tu­tion ver­ant­wortlich ist oder nicht, disku­tiert und geschrieben. (Hier der Stand­punkt von Alice Schwarzer.) Am 18.11. sprachen Hans-Peter Uhl und Alice Schwarzer bei “Unter den Lin­den” über die Notwendigkeit einer neue Geset­zge­bung, Antje Schrupp hat zu dem Thema fünf The­sen entwick­elt, die allerd­ings in eine ganz andere Rich­tung gehen.
Gestern disku­tierte Alice Schwarzer  bei “Men­schen bei Mais­chberger” über das Thema. Con­tinue read­ing

Versuchslabor Armut” — Entwicklungshilfe trifft auf Methoden der Naturwissenschaften

Gestern lief auf Phoenix die Doku­men­ta­tion “Ver­such­sla­bor Armut” (hier der Link zur 3sat Mediathek) von Thomas Hies und Daniela Hoyer. Phoenix kündigte die Sendung wie folgt an: “Mehr als vier Mil­liar­den Euro spenden allein die Deutschen alljährlich für human­itäre Hil­f­spro­jekte. Sie tun es in der Hoff­nung, die Armut in der Welt zu bekämpfen. Aber wann hilft die Hilfe wirk­lich? Eine neue Gen­er­a­tion von Entwick­lung­shelfern will diese Frage mit Meth­o­den beant­worten, die bis­lang eher aus den Natur­wis­senschaften bekannt waren. Die Französin Esther Duflo gehört gemein­sam mit ihrem indis­chen Part­ner Abhi­jit Baner­jee zu den Stars dieser jun­gen Denkschule.” — Die besagte Meth­ode sieht wie folgt aus (ich habe den Anfang der Sendung ver­passt, kor­rigiert mich bitte, wenn ich den Ansatz falsch ver­standen habe, es würde mich sehr erle­ichtern!), es wer­den zwei Grup­pen von Armen gebildet, die eine bekommt Unter­stützung, die andere Gruppe (die Kon­troll­gruppe) bekommt keine Unter­stützung  und nach Ablauf des Unter­suchungszeitraums schaut man, welche Gruppe sich besser entwick­elt hat, bzw. ob es über­haupt Unter­schiede gibt und dann weiß man, ob die ergrif­f­e­nen Maß­nah­men sin­nvoll sind oder nicht! Klingt moralisch frag­würdig??? Con­tinue read­ing

Veranstaltungen in November

Am 4. Novem­ber hält Dr. Nor­bert Cyros, Eth­nologe und Wis­senschaftler am Ham­burger Insti­tut für Sozial­forschung, einen Vor­trag zum Thema Unsicht­bare Min­der­heit. Sta­tus und Rechte irreg­ulärer Migranten. Auszug aus dem Ankündi­gung­s­text: “Irreg­uläre Migranten (…) ver­suchen sich ‚unsicht­bar’ zu machen. Wer nicht zu sehen ist, gewinnt in der aufen­thalt­srechtlichen Irreg­u­lar­ität einen Schutz, der die indi­vidu­elle Erweiterung räum­licher Mobil­ität und Einkom­men­schan­cen ermöglicht. Ander­er­seits kön­nen Men­schen ihre indi­vidu­ellen Rechte nicht nutzen, wenn sie unsicht­bar bleiben. Ihre Chance auf eine öffentliche poli­tis­che Formierung als Min­der­heit ist damit erhe­blich eingeschränkt.” Darüber hin­aus legt Dr. Nor­bert Cyros da, dass Unsicht­barkeit keine Eigen­schaft ist, son­dern vielmehr ein wech­sel­seit­iger Prozess, der auch  ein Wegse­hen und Überse­hen der Mehrheits­ge­sellschaft erfordert. Beginn ist um 20 Uhr, der Ein­tritt ist frei.

Die diesjähri­gen Wein­gartener Asienge­spräche wid­men sich vom 8.-10.11. dem Thema Zivilge­sellschaft und Demokratie in Asien. Im Mit­telpunkt der Tagung ste­hen die Fra­gen “Welche Rolle spie­len die Akteure der Zivilge­sellschaft im poli­tis­chen Wan­del Asiens?” Betra­chtet werden:

  • die Rolle der Zivilge­sellschaft in Indien,
  • die poli­tis­che Entwick­lung Pak­istans im Lichte des zunehmenden Islamismus,
  • die Frage nach poli­tis­chem Wan­del in der Volk­sre­pub­lik China,
  • Süd­ko­reas Demokratie unter der Präsi­dentschaft einer “Diktatorentochter”,
  • die Auswirkun­gen der Dreifach-Katastrophe von 2011 auf die zivilge­sellschaftliche Organ­i­sa­tion in Japan,
  • die Poten­ziale von Demokratie und Autori­taris­mus in Südostasien
  • die Bedeu­tung von sozialer Ord­nung jen­seits des Staates in Zentralasien,
  • die Bedeu­tung sozialer Ord­nung jen­seits des Staates,
  • sowie das Poten­tiale von Demokratie und Autori­taris­mus an Beispie­len aus Indien, Pak­istan, Süd­ko­rea, China und Zen­tralasien.” (Siehe auch den Ankündi­gung­s­text der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart).

Am 12. und 26. Novem­ber beschäfti­gen sich Horst Meier und Han­sjörg Geiger am Ham­burger Insti­tut für Sozial­forschung mit dem Thema Ver­fas­sungss­chutz. Während Horst Meier für eine Abschaf­fung des Ver­fas­sungss­chutzes plädiert, fordert Han­sjörg Geiger eine grundle­gende Reform.
Horst Meier: Den Ver­fas­sungss­chutz abschaf­fen! Plä­doyer für die Abschaf­fung des Ver­fas­sungss­chutzes12. Novem­ber 2013, Beginn: 19 Uhr (Ein­lass ab 18.30 Uhr), Ein­tritt: frei
Han­sjörg Geiger: Den Ver­fas­sungss­chutz reformieren! Plä­doyer für eine grundle­gende Reform des Ver­fas­sungss­chutzes 26. Novem­ber 2013, Beginn: 19 Uhr (Ein­lass ab 18.30 Uhr), Ein­tritt: frei

Über den Film “Silent Waters — Khamosh Pani” von Sabiha Sumar

Der 18 jährige Saleem lebt zusam­men mit seiner Mut­ter in einem kleinen pak­istanis­chen Dorf nahe der indis­chen Grenze. Während seine Fre­undin genau weiß, dass sie nach der Schule auf ein Col­lege für Mäd­chen gehen wird und später als unab­hängige Frau in der Stadt leben, weiß Saleem nicht, was er mit seiner Zukunft anfan­gen soll. Wie viele seiner Fre­unde hegt er den Wun­sch etwas Großes zu bewirken, die einzige Per­spek­tive, die sich ihm bietet, ist jedoch, in den Dienst des Groß­grundbe­sitzers zu treten und irgend­wann ein eigenes Stück Land zu besitzen. Con­tinue read­ing

Veranstaltungen im Oktober

Vom 24. bis 25. Okto­ber 2013 ver­anstal­tet das Ham­burger Insti­tut für Sozial­forschung in Koop­er­a­tion mit der Sek­tion Migra­tion und eth­nis­che Min­der­heiten der DGS und dem Insti­tut für Sozi­olo­gie der Uni­ver­sität Ham­burg eine öffentliche Tagung zum Thema Migra­tion, Inte­gra­tion und Demokratie.
Der Work­shop beschäftigt sich schw­er­punk­t­mäßig mit der “wech­sel­seit­i­gen Durch­dringung insti­tu­tion­al­isierter Demokratie und sozi­ol­o­gis­cher Migra­tions­forschung”. Es geht dabei “zum einen um die Bedeu­tung, die dem Demokratiebezug bei der Bes­tim­mung des The­men­feldes, der Prob­le­mauswahl, der Fragestel­lung und der the­o­retis­chen Ein­bet­tung zukommt. Zum anderen wird nach der Bedeu­tung der sozi­ol­o­gis­chen Migra­tions­forschung für die demokratis­che Diskus­sion gefragt und welchen Beitrag sie aktiv leis­ten kann und leis­ten soll.” Siehe auch die aus­führliche Konzeptbeschrei­bung auf der Web­seite des HIS. Beson­ders ges­pannt bin ich auf den Vor­trag “Geschlossene Gren­zen — offene Demokratie: Wie passt das zusam­men?“
Achtung: Für die Ver­anstal­tung ist eine Anmel­dung bis zum 4.10. nötig. Das Pro­gramm findet ihr hier.

Rückblick — Was war los im August

Bücher

Ich habe das Buch Deutsch­land Schwarz Weiß von Noah Sow zu Ende gele­sen. Meine Gedanke zu dem Buch findet ihr hier.

Eben­falls zum Thema lese ich ger­ade in dem Buch Ras­sis­mus auf gut Deutsch her­aus­gegeben von Adi­beli Nduka-Agwu und Antje Lann Hornscheidt.

Zu Ende gele­sen habe ich auch Empört Euch! von Stéphane Hes­sel. Außer­dem habe ich ent­deckt, dass es noch ein weit­eres Buch aus der Reihe von Stéphane Hes­sel gibt: An die Empörten dieser Erde!: Vom Protest zum Han­deln. Das Buch ist auf meiner Leseliste.

Migra­tion

Die meiste Zeit habe ich mich aber mit dem Thema “Migra­tion” befasst und in dem Rah­men einige erwäh­nenswerte Bücher ent­deckt. Mehr dazu hier