Denkschablone

Austausch über aktuelle Themen der Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften


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Indien can­celt Gespräche mit Pak­istan um die umstrit­tene Region Kaschmir, nach­dem Pak­istans High Com­mis­sioner Abdul Basit sich mir kaschmirischen Sep­a­ratis­ten getrof­fen hat.


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Entwürfe zum Asylbewerberleistungsgesetz halten Menschen in unwürdigen Lebensumständen

Es gibt, wie ich am 23. Juli in der Süd­deutschen Zeitung gele­sen habe, zwei neue Entwürfe zum Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz. Das Bun­desver­fas­sungs­gericht hatte vor zwei Jahren das bish­erige Gesetz gekippt, da es keine nachvol­lziehbaren Gründe gibt, warum das Exis­tenzmin­i­mum für Flüchtlinge anders berech­net wer­den sollte, als das für andere Men­schen. Die Men­schen­würde dürfe, so das Bun­desver­fas­sungs­gericht, nicht „migra­tionspoli­tisch rel­a­tiviert werden“.

Anstatt die Sit­u­a­tion der Asyl­be­wer­ber aber, wie vom Bun­desver­fas­sungs­gericht gefordert, zu verbessern, wird das neue Gesetz laut SZ-Recherche, sollte es in seiner derzeit­i­gen Fas­sung in Kraft treten, die Leben­sum­stände gedulde­ter Flüchtlinge weiter ver­schlechtern. Wie das funk­tion­iert und und vor allem auch, was das zum Beispiel für geduldete Flüchtlinge im Einzel­nen bedeutet, wird in dem SZ-Artikel „Leben unter dem Exis­tenzmin­i­mum” beschrieben. Wenn man das liest, wird einem ganz anders. Ein Beispiel aus dem SZ-Artikel: Weit­er­lesen →


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Der Erstlingsroman von Schabnam Zariâb: Mein afghanischer Pianist.

Mein afghanis­cher Pianist erzählt die Geschichte von Laily, die bis hinein in den russisch-afghanischen Krieg eine behütete Kind­heit als zweite Tochter intellek­tueller Eltern ver­bringt. Doch je näher die Bomben rücken, desto konkreter wer­den die Pläne der Eltern, Afghanistan zu ver­lassen und nach Frankre­ich zu flüchten, bis dieser Schritt schließlich unumgänglich wird. Obwohl es Laily nach Jahren der Ein­samkeit und Aus­gren­zung gelingt, einen Platz in der franzö­sis­chen Gesellschaft zu finden, bleibt sie eine Ver­lassene. Denn bei ihrer Flucht musste sie Milad, ihren Fre­und aus Jugend­ta­gen, der ihr einst sogar das Leben gerettet hat, zurück lassen. Also entschließt sie sich nach Ende der Taliban-Herrschaft, in einer Zeit, als die Hoff­nung auf Frieden real erschien, ihrem Vater nach Afghanistan zu fol­gen. Dort angekom­men muss sie fest­stellen, dass nichts so ist, wie sie es sich vorgestellt hat und Laily ver­liert das Afghanistan ihrer Kind­heit ein zweites mal!

Zwei Sachen fand ich an dem Buch beson­ders ein­drucksvoll: Weit­er­lesen →


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Woher kommt die Gewalt gegen die Ahmadiyyas in Pakistan?

In Pak­istan sind erneut drei Ahmadiyyas ermodet wor­den, darunter zwei Kinder. (The Express Tri­bune, Dawn)

Die Ahmadiyyas sind eine islamis­che Son­derge­mein­schaft, die von Mirza Ghu­lam Ahmad in den 1880ern in Indien gegrün­det wur­den. Die Ahmadiyyas sehen sich als Reform­be­we­gung des Islam. Sie hal­ten an den islamis­chen Recht­squellen Koran, Sunna und Hadith fest, zusät­zlich spie­len aber die Schriften und Offen­barun­gen von Mirza Ghu­lam Ahmad eine große Rolle. Ahmad wird wahlweise als ein weit­erer Prophet (nach Mohammed) ange­se­hen oder aber als weiser Mann, der im direk­ten Kon­takt zu Gott steht. Die meis­ten Mus­lime betra­chten die Ahmadiyya-Lehre als Ketzerei.

Für die Ahmadiyyas sieht die Sit­u­a­tion in Pak­istan so aus:

  • Sie dür­fen ihre Reli­gion nicht offen ausüben,
  • sie dür­fen sich nicht als Mus­lime bezeichnen,
  • sie dür­fen nichts tun, womit sie sich als Mus­lime aus­geben wür­den, z.B. nicht öffentlich beten, nicht im Koran lesen,
  • sie dür­fen ihre Gebet­shäuser nicht Moschee nennen,
  • die dür­fen den Namen des Propheten nicht an ihrer Moschee anbringen,
  • ihnen ist der mus­lim­is­che Gruß Salām ver­boten,
  • der Gebet­sruf ist ihnen eben­falls verboten,
  • sie dür­fen nicht bekehren.
  • Im All­tag leben sie immer in der Gefahr, der Blas­phemie berichtigt und vor Gericht gestellt zu wer­den, wo ihnen im schlimm­sten Fall die Todesstrafe droht. Noch größer ist aber die Gefahr, einem Lynch­mord zum Opfer zu fallen, wie ger­ade erst wieder geschehen.

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Die Sirenen von Bagdad von Yasmina Khadra

Cover_Die Sirenen von BagdadDie Sire­nen von Bag­dad beschreibt ein­drück­lich, wie ein junger Mann zum Ter­ror­is­ten wird.

Said ist eigentlich ein ruhiger, eher schüchterner junger Mann. Er ver­ab­scheut Gewalt und ver­liert, sofern er doch mit ihr kon­fron­tiert wird, schnell die Nerven.

Doch eine bru­tale Haus­durch­suchung durch amerikanis­che Sol­daten verän­dert alles. Es ist die Demü­ti­gung seines alten, kranken Vaters, die er nicht ver­winden kann. Etwas zer­bricht in ihm und von da an fühlt er nichts mehr. Keine Angst, kein Mitleid mit den Opfern der Gewalt. Der Gewalt, die er beobachtet und der Gewalt, die er selbst verübt. Zer­fressen von Hass und Verzwei­flung ver­lässt er sein Heimat­dorf und geht nach Bag­dad. Sein einziger Wun­sch, er möchte die ganze Welt bren­nen sehen!

Said betont Immer wieder, dass durch die demüti­gende Razzia seine Ehre und die Ehre seiner Fam­i­lie zer­stört wurde, dass er als Beduine erst Ruhe finden kann, wenn dieses Verge­hen mit Blut gesühnt wurde. Und obwohl mir das in dem dem Buch beschriebene Ehrkonzept fremd ist, war die Beschrei­bung der Haus­durch­suchung und der erlit­te­nen Erniedri­gun­gen so stark, dass nach­fühlbar wird: es gibt Sit­u­a­tio­nen, die sind so grausam, so demüti­gend, dass es danach kein Zurück mehr gibt. Dass man so nicht weiter existieren kann. Dass der Hass die einzige Macht ist, die einen am Leben hält, während der Hass gle­ichzeitig das eigene Leben und das Leben der Mit­men­schen zerstört.

Zur Leseprobe geht es hier

* Yas­mina Khadra: Die Sire­nen von Bag­dad. dtv 2010.

Weit­ere Rezensionen:

- Deutsch­land­funk: Die Rache der Schande.

 

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Malalai Joya: Ich erhebe meine Stimme. Eine Frau kämpft gegen den Krieg in Afghanistan.

Die Wahrheit ist wie die Sonne. Wenn sie aufgeht, kann nie­mand sie aufhal­ten oder verbergen.”

Dieses afghanis­che Sprich­wort scheint Malalai Joya Kraft zu geben, denn Malalai Joya sagt die Wahrheit. Sie sagt die Wahrheit über den Ein­satz der Amerikaner in ihrem vom Krieg gebeutel­ten Land, sie sagt die Wahrheit über die Ver­brechen der War­lords und sie sagt die Wahrheit über die Ver­strick­un­gen der aktuellen Machthaber in diese Ver­brechen. Dafür wurde sie wieder­holt mit dem Tode bedroht, sie über­lebte bisher sechs Anschläge, sie wurde aus der Loya Jirga aus­geschlossen und ihres Abge­ord­neten­sitzes enthoben. Doch obwohl sie unter einem Deck­na­men leben muss, obwohl sie teil­weise täglich ihren Aufen­thalt­sort wech­seln muss und obwohl sie die meiste Zeit von ihrer Fam­i­lie getrennt leben muss, gibt sie nicht auf, für ein freies, demokratis­ches Afghanistan zu kämpfen. In ihrem Buch, „Ich erhebe meine Stimme. Eine Frau kämpft gegen den Ein­satz in Afghanistan.“ erzählt sie von ihrem Leben und ihrem Kampf. Erst gegen die Tal­iban, nun gegen die Kriegsver­brecher, die sich mit Unter­stützung der USA als Regierung einge­setzt haben und weit­er­hin ihr Land aus­plün­dern und unter der Bevölkerung Angst und Schrecken ver­bre­iten. Weit­er­lesen →